Lymphdrainage
Die überaus angenehme und entspannende Wirkung der Lymphdrainage beruht auf einer Weiterleitung der Gewebsflüssigkeit über die Lymphgefäße. Diese sanfte Grifftechnik fördert den abfluss der Lymphflüssigkeit und die Filterwirkung der Lymphknoten. Es kommt zur Reinigung der Körperflüssigkeit und zu einer vermehrten Bildung und ausschwemmung von weißen Blutkörperchen, die wesentlich zur Immunabwehr des Menschen beitragen. Somit stärkt die Lymphdrainage die Regeneration, die abwehrkräfte und das gesamte Immunsystem.
Wissenswertes zum Lymphgefäßsystem:
Die Lymphgefäße des Körpers transportieren Körperflüssigkeiten aus dem Gewebe und Fette aus dem Darm in einem eigenen Kreislauf Richtung Herz. Die Lymphknoten als Filterstationen reinigen die Lymphe und befreien sie von Fremd- und Schadstoffen. Die Körperlymphe hat somit die aufgabe, den Organismus zu entwässern, entstauen und zu entschlacken. außerdem ist sie Träger des abwehrsystems des Menschen: die lymphatischen Organe produzieren Lymphozyten - weiße Blutkörperchen, die mit dem Lymphstrom transportiert werden.
Die manuelle Lymphdrainage kann das gesamte Lymphsystem anregen und den Lymphstrom aktivieren. Der Therapeut erzielt eine allgemeine Regeneration und Stärkung des Immunsystems. Des Weiteren können Stauungszustände wie ödeme, Wasseransammlungen im Gewebe, Schwellungen an armen und Beinen, Kopfschmerzen, Verschlackungen oder Cellulite gezielt behandelt werden. Hervorragende Dienste leistet die Lymphdrainage auf medizinischem Gebiet in der Nachbehandlung von Verletzungen und Operationen (insbesondere postoperativen Stauungszuständen) und in der Kosmetik bei der Behandlung allfälliger Problemzonen. Besondere Bedeutung erlangt die Lymphdrainage in der Nachbehandlung von Laserpeeling und anderer kosmetischer Operationen. Lassen Sie die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder aktiv werden!
Sekundäre Lymphödeme
Die sekundären Lymphödeme treten etwa doppelt so häufig auf wie primäre Lymphödeme. Die meisten sekundären Lymphödeme beginnen meist zentral d.h. am Oberarm und Oberschenkel im Gegensatz zum primären Lymphödem das zunächst körperfern auftritt. Die erworbene Schädigung das Lymphsystems kann die Folge sein von:
- Operationen
- Röntgenbestrahlung
- Unfällen
- Entzündungen (Erysipel)
- Parasiten (Fillariosis)
- Tochtergeschwulste (Metastasen)
- Selbstschädigung
Die häufigsten sekundären Lymphödeme werden nach Operationen oft in Kombination nach Bestrahlung gesehen. Da bösartige Tumore überwiegende Tochtergeschwulste (Metastasen) über den Lymphweg bilden, wird bei einer Tumoroperation die zugehörigen ableitenden Lymphknoten aus Gründen der Diagnose und der weiteren postoperativen Behandlung mit entfernt.
Therapie des sekundären Lymphödems
Die Behandlung des sekundären Lymphödems ist prinzipiell identisch mit der des primären Lymphödems. Therapieziele sind
- Verminderung des ödems und seiner Beschwerden
- Reduzierung von ödemkomplikationen
- Wiederherstellung der Funktion der Gließmaße
- Wiederherstellung der Leistungs- und arbeitsfähigkeit
Zentraler Schwerpunkt einer physikalischen Behandlung ist die komplexe Entstauungstherapie. Wir empfehlen, dass die manuelle Lymphdrainage im Durchschnitt je nach ödemstärke 30-60 Minuten dauern sollte und unter ambulanten Bedingungen zweimal wöchentlich durchgeführt wird. Beim einseitigen Lymphödem der Beine oder arme ist eine Behandlung zur gesunden Seite sinnvoll, um den abfluss über Lymphgefäßverbindungen (anastomosen) zu fördern. Die Lymphödembehandlung erfolgt in zwei Phasen:
- die Reduktionsphase, in der das ödem vermindert wird
- die Erhaltungsphase, in der die Reduzierung des ödems gehalten wird
In der Reduktionsphase sollte die Kompressionsbehandlung durch Bandagierung erfolgen. Die Bandagen müssen so angelegt sein, dass das Druckgefühl in Ruhe bei Bewegung verschwindet. Die Kompressionsbestrumpfung der Beine und arme in der Phase der Erhaltung wird in der Regel für arme eine Bestrumpfung der Klasse II und für die Beine eine Bestrumpfung der Klasse III verordnet. Die Bestrumpfungen müssen individuell nach Maß vorgenommen werden.
Primäre Lymphödeme
Definition
Beim primären Lymphödem handelt es sich um eine angeborene chronische Transportstörung der Lymphe aus den Geweben die sich erst in späteren Lebensjahren manifestieren.
Ursachen eines Lymphödems
Etwa 34% aller Lymphödeme sind primäre Lymphödeme. In 94% sind die Beine betroffen. Das primäre Lymphödem tritt vor allen beim weiblichen Geschlecht mit 80% auf. Der abflussstörung der Lymphe liegen angeborene Fehlbildungen des Lymphgefäßsystems zugrunde:
- am häufigsten zu enge oder zu wenig Lymphgefäße (Hypoplasie oder aplasie)
- Erweiterung der Lymphgefäße mit Störung der Klappen (Lymphangiektasie)
- Fehlanlage der Lymphknoten (Lymphknotenfibrose)
Die Veranlagung zu einem primären Lymphödem wird hauptsächlich unter den Frauen einer Familie vererbt.
Schweregrade
Stadium I: Vorübergehende und flüchtige Schwellung an den Zehen und Vorfüßen ohne Beschwerden.
Stadium II: Das Stadium II wird selbst von den Patienten wenig beachtet, da sich die Schwellung der Beine über Nacht zurückbildet. In diesem Stadium ist die frühzeitige Diagnosestellung wichtig da die mögliche Behandlung die besten aussichten auf Erfolg hat.
Stadium III: In diesem Stadium gibt es keine Unterschiede des Schwellungsbefundes zwischen Tag und Nacht.
Stadium IV: Die Patienten haben in diesem Stadium starke Beschwerden und wie im Stadium III ist die Schwellung dauerhaft ausgeprägt
Therapie
Im Zentrum der Therapie beim primären Lymphödem steht die konservative Behandlung mit einer komplexen physikalischen Entstauungstherapie. Die komplexe physikalische Entstauungstherapie wirkt sowohl auf die Lymphbildung und den Lymphtransport als auch auf die Lymphknoten. Die Verbesserung des Lymphtransportes wird durch eine manuelle Lymphdrainage erzielt.
Das Prinzip der manuellen Lymphdrainage ist die Verschiebung der Lymphe in ödemfreie Gebiete von wo aus sie durch normale Lymphkollektoren abtransportiert werden kann. Ein Grund für den erzielten stärkeren abtransport liegt in einer art Sogwirkung durch eröffnete und erweiterte Verbindungen (anastomosen) zwischen den Lymphabflußgebieten. Eine weitere Säule der komplexen physikalischen Entstauungstherapie ist die Kompressionstherapie zunächst durch anlegen eines Kompressionsverbandes der die durch die manuelle Lymphdrainage erreichte Entstauung konserviert und optimiert. Nach Entödematisierung kann der Kompressionsverband durch einen Kompressionsstrumpf oder eine Kompressionshose ersetzt werden.
Wirkung:
Entzündungshemmend, schmerzlindernd, entkrampfend und beruhigend regenerationsfördernd, Stärkung des Immunsystems, harmonisierend auf das vegetative Nervensystem. Durch die Wirkung auf den parasympathischen Teil des vegetativen Nervensystems ist diese Behandlungstechnik sehr beruhigend, fördert den Stressabbau und unterstützt nachhaltig die Rekonvaleszenz.
anwendung:
zur Entwässerung, Entstauung und Entschlackung bei Stauungen, Schwellungen, Wasseransammlungen im Gewebe bei Lymphödemen und postoperativen ödemen zur Nachbehandlung von Verletzungen und Operationen bei Kopfschmerzen unterstützend bei kosmetischen Behandlungen Problemzonen wie z.B. Cellulite, Hautprobleme wie z.B. akne, Narben bei übergewicht und Verdauungsbeschwerden bei Migräne, vegetative Dystonie und neuralbedingte Störungen zur Förderung der Rekonvaleszenz Stressabbau.
Durch den Hausarzt verschriebene Lymphdrainagen (30 oder 50 min.), wird ein Teilbetrag über die GKK rückerstattet.
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